Projekt ALFA - Allianz für Anlageneffizienz

Der Verband Berlin-Brandenburgische Wohungsunternehmen e.V. BBU hat im Rahmen der ETI-Arbeitsgruppe Energiesparendes Bauen am 18.12.2007 das Projekt zur Verbesserung der Anlageneffizienz in den Gebäuden der BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin und Brandenburg durch geringinvestive Maßnahmen gestartet.

I. Projektidee

Im Rahmen des Projektes sollen mit Unterstützung der Projektpartner, dies sind namhafte Hersteller und Dienstleister der Wohungswirtschaft (z.B. Grundfos, Danfoss, BBT-Thermotechnik, Oventrop, Viessmann, Techem) ca. 20 Objekte optimiert werden und verschiedene Analysemethoden und innovative Produkte und Technologien zum Einsatz kommen. In Vorgesprächen mit einzelnen Wohnungsunternehmen zeigte sich ein großes Interesse an dem Projekt. Das Projekt ALFA soll die Arbeiten an den verschiedenen Objekten koordinieren, so dass möglichst alle vorhandenen Methoden zur Anlagenoptimierung zum Einsatz kommen.

Die Wohnungsunternehmen erhalten nach Ausfüllung einer Checkliste einen Vorschlag für die Anlagenoptimierung, der durch die Partner des Projektes gemeinsam erarbeitet wird. Die Industriepartner werden das ALFA-Projekt unterstützen, z.B. über Weiterbildung für die am Projekt beteiligten Handwerker. Es ist eine wissenschaftliche Begleitung im Projekt durch die TFH vorgesehen sowie eine wissenschaftliche Auswertung und öffentlichkeitswirksame Darstellung der Ergebnisse.

Durch optimale ganzheitliche Einstellung von Heizung, Pumpen, Regelung und Thermostatventilen lassen sich laut aktuellen Studien weitere fünf bis 20 Prozent Heizenergie einsparen. Heizungspumpen sind durchschnittlich zu groß, Heizkessel in der Regel überdimensioniert und die Vorlauftemperaturen häufig zu hoch eingestellt.

In der Initiative „Allianz für Anlageneffizienz“ sollen nachhaltige Einspareffekte durch gezielte Anlagenanalyse, Qualifizierung von Handwerkern, die Optimierung der Anlagenhydraulik, bedarfsgerechte Führung der Vorlauftemperaturen und den Einsatz moderner Pumpen- und Steuerungstechnik erschlossen werden.

Führende Industrieunternehmen sind als Projektpartner für die Unterstützung der Initiative gewonnen worden. Mit ihrer Unterstützung soll die Servicequalität in Bezug auf Optimierungskompetenz auf Seiten des Handwerks deutlich verbessert werden. Entscheidend für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg der Initiative ist ein verändertes und vor allem nachhaltiges Denken und Handeln der Handwerksunternehmen. Durch ein klar formuliertes Anforderungsprofil auf der Nachfrageseite soll zudem Druck auf die Unternehmen aus-gelöst werden, in Qualitätssteigerung zu investieren.

Die Eigentümer sollen hinsichtlich der Beauftragung von Wartungsarbeiten mit hohen Qualitätsanforderungen und gesicherter Qualität unterstützt werden.

Seitens der beteiligten Industrie sind bereits Angebote ausgesprochen worden, sich sowohl durch Zurverfügungstellung von Schulungseinrichtungen als auch beim Wissenstransfer zu beteiligen.

Im Rahmen der Projektarbeit sollen die Optimierungsmaßnahmen an Anlagen mit Fernwärme, Ölzentralheizung und Gaszentralheizung untersucht werden.


II. Projektziele

1. Anwendung von Instrumenten zur Analyse des hydraulischen ZustandesVielfach ist es für Fachleute schwierig, eine genaue Aussage zum hydraulischen Zustand der Anlage zu treffen. Im Rahmen des Projektes sollen Analyseinstrumente genutzt werden, die eine möglichst wirtschaftliche Erhebung der Daten ermöglichen.

2. Entwicklung und Umsetzung von Schulungsmaßnahmen für HandwerksunternehmenHandwerkern fehlen meist die für die Optimierung notwendigen technischen Kenntnisse. Im Projekt werden Schulungsmaßnahmen für Handwerker entwickelt und umgesetzt. Ziel ist die richtige Beurteilung der hydraulischen Qualität der Anlage sowie die gezielte Optimierung der Heizungsanlage, d. h. Abstimmung der Einzelkomponenten auf den Systemkreislauf.

3. Ermittlung von Anforderungen für die Auswahl von geeigneten HandwerksunternehmenWohnungsunternehmen fehlen in der Praxis häufig geeignete Auswahlkriterien, um am Markt qualifizierte Unternehmen auswählen und beauftragen zu können. Im Rahmen des Projektes sollen Kriterien und Qualifikationen für die Auswahl von Handwerksunternehmen definiert werden. Wartung und Service der hei-zungstechnischen Anlagen sollen vorrangig an solche Unternehmen vergeben werden, die beispielsweise den Besuch entsprechender Schulungsmaßnahmen nachweisen, den Anforderungsprofilen entsprechen und die Qualität ihrer Leistung sichern.

Es sollen gemeinsam mit allen Beteiligten Qualitätssicherungsinstrumente entwickelt werden.

4. Optimierung der Anlagen/Coaching FachhandwerkerDie analysierten und optierungswürdigen Anlagen sollen fachgerecht optimiert werden. Die Projektbeteiligten erachten es als wichtig, das Handwerk bei der fachgerechten Umsetzung der Maßnahmen im Sinne eines Coachings zu begleiten.

5. Einsatz geringinvestiver technischer MaßnahmenModerne Pumpen- und Steuerungssysteme ermöglichen eine deutliche Effizienzsteigerung der Heizungsanlage zu überschaubaren Kosten. Die Amortisationszeiten der Maßnahmen sollen bei maximal ca. ein bis zwei Jahren liegen, um in diesem Sinne aus wohnungswirtschaftlicher Sicht als geringinvestive Maßnahmen definiert werden zu können.

Im Rahmen des Projektes sollen insbesondere der Einsatz von Hocheffizienzpumpen als auch der Einsatz von Messtechnologie zur Optimierung der Vorlauftemperaturen eingesetzt und auf ihre Effizienzsteigerung überprüft werden.

Maßnahmen zur Energieeinsparung bei Warmwassererzeugung und -verteilung sollen erprobt und umgesetzt werden.

6. Dokumentation und AuswertungDie untersuchten Objekte sollen über die gesamten Prozesse des Projektes dokumentiert werden.
Die Dokumentation umfasst:

  • Erfassung der Energieverbräuche vor und nach der Durchführung der Effizienzmaßnahmen inkl. Witterungsbereinigung
  • Aufführung der Einzelmaßnahmen
  • Energieeinsparungen – wenn möglich bezogen auf die Einzelmaßnahmen
  • finanziellen Aufwendungen nach Einzelmaßnahmen
  • Einflüsse von Nutzerverhalten und Nutzerakzeptanz

Ablauf des ALFA Projektes

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.